Eine Badnerin und eine Schwäbin stellen ihre Lieblingsrezepte vor

So kochen wir in Baden und Schwaben

Wenn sich zwei Autorinnen aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands zusammentun, um ein gemeinsames Kochbuch zu schreiben, tun sie das in erster Linie, um sich gegenseitig – und natürlich auch ihren Leserinnen und Lesern – ihre Heimat und deren Küche nahe zu bringen. Und dies ist natürlich bei den Badnern und den Schwaben, die im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte nicht immer freundschaftlich miteinander verbunden waren, eine besonders brisante Angelegenheit. Man denke nur an Sprüche wie “Schwobe schaffe, Badner denke” (Schwaben arbeiten, Badner denken) und Bezeichnungen wie “die Unsymbadischen” für den mitunter nicht so sehr geliebten Nachbarn.

Die Autorinnen – eine Vollblut-Badnerin und eine waschechte Schwäbin – präsentieren in diesem Buch nicht nur ihre ganz persönlichen Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat, sie erzählen auch mit einem Augenzwinkern kleine Anekdoten und Geschichten sowie typisch badische und schwäbische Weisheiten und lustige Begebenheiten rund ums Kochen, Essen und Trinken. Auf humorvolle und heitere Weise gibt es somit gegenseitig viel Neues in der Küche des anderen zu entdecken.

Besonderen Wert haben die Autorinnen bei der Rezeptauswahl auf einfache Gerichte für jeden Tag und die sogenannten “Arme-Leute-Essen” gelegt, die sowohl in Baden als auch bei den ohnehin sparsamen Schwaben eine wichtige Rolle spielten und auch heute noch spielen. Und darunter sind auch solch abenteuerlich klingende Gerichte wie Ofenschlupfer, Bubenspitzle und Nonnenfürzle, die sich aber bei näherem Hinsehen und vor allem beim Ausprobieren als feine Köstlichkeiten entpuppen.

Ob Gaisburger Marsch oder Flammenkuchen, Elsässer Gulasch oder Eingemachtes Kalbfleisch: Bei dieser “kulinarischen Liaison” zwischen Baden und Schwaben findet bestimmt jeder sein Leibgericht!

Leseproben:
…Als er sah, was sich in dem Zeitungspapier versteckt hatte, stockte ihm der Atem, und gleichzeitig lief ihm das Wasser im Mund zusammen.
“Das ist ja…”, stammelte er.
“… ein wunderbares Stück Fleisch”, ergänzte Paulus.
“Aber das geht doch nicht”, flüsterte Johannes, “jetzt doch nicht. Das erlaubt uns unser Herr da oben nicht.”
“Aber was mache ich dann damit, wenn ich es nicht kochen darf? Bis die Fastenzeit vorbei ist, ist es verdorben. Soll ich es wegwerfen?”
“Nein, um Gottes Willen!”, rief Johannes und bekreuzigte sich.
Eine ganze Weile blickten sich beide stumm und ratlos an.
Dann lächelte Paulus verschmitzt und meinte: “Unser Herr müsste es ja nicht mitbekommen, dass wir in der Fastenzeit Fleisch essen.”
“Aber wie wollen wir das anstellen? Unser Herr sieht alles.”
“Ich könnte das Fleisch einpacken. Natürlich nicht wieder in dieses Zeitungspapier hier. Aber ich könnte einen Teig oder so etwas ähnliches darum packen, dann sieht man das Fleisch von außen nicht.”
“Paulus, du bist ein Schelm. Aber Recht hast du, warum sollen wir so etwas Gutes verkommen lassen?”, fragte Johannes grinsend.

Badner und Schwaben – eine “alte Liebe”:
Ein Badner geht in Karlsruhe am Rhein spazieren und sieht, dass ein Mann Wasser aus dem Fluss trinkt. Er ruft: “Sie sollten das Wasser nicht trinken, es ist bestimmt giftig!”

Der andere Mann – offensichtlich ein Schwabe – dreht sich um und fragt: “Was hasch gsagt? I hann di net vrschtanda.”
(für Nicht-Schwaben: Was hast du gesagt? Ich habe dich nicht verstanden.)
Darauf der Badner: “Trink langsam, das Wasser ist bestimmt kalt!”

Die Autorinnen:
Anne-Kathrin Bauer stammt aus einem kleinen Ort im Schwäbischen Wald. Die Liebe zum Kochen und Backen bekam sie von ihrer Mutter “in die Wiege gelegt”. Maßgeblich in ihren Kochgewohnheiten beeinflusst wurde Anne-Kathrin Bauer auch von ihrer Großmutter, die nach dem Krieg als Heimatvertriebene aus Ungarn ins Schwabenland gekommen war. Von ihr hat sie so manches gelernt, das der schwäbischen Küche eigentlich fremd ist.

Friedericke Godel stammt aus einem Dorf in der Nähe von Bruchsal in Baden und ist geprägt von den Kochgepflogenheiten und Gerichten ihrer Mutter. Diese war während des Krieges und in der Zeit danach gezwungen, aus wenig viel zu zaubern, und hat daher wiederum von ihrer eigenen Mutter vieles übernommen. Diese musste als arme Frau mit vielen Kindern in einem kleinen Dorf täglich versuchen, den Hunger von ihrer Familie fern zu halten.

Anne-Kathrin Bauer, Friedericke Godel
So kochen wir in Baden und Schwaben
Leckere und beliebte Rezepte, Anekdoten und Geschichten

hnb-verlag
132 Seiten, Softcover, Spiralbindung
ISBN 978-3-9813600-6-6
€ 14,90 (D) / € 15,90 (A) / sFr 27,50
vorbestellbar, erscheint voraussichtlich KW 48
Erhältlich ab dem Veröffentlichungsdatum in jeder Buchhandlung, beim Online-Buchhandel sowie in unserem Büchershop unter www.hnb-verlag.de

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