Die Natur-Prinzipien (53)
Sie haben es sicher schon mal im Fernsehen gesehen. Der Kriminalkommissar denkt über das Tat-Motiv des Mörders nach und glaubt ein Verhaltens-Muster – Prinzip – zu erkennen. Profiling versucht die emotionalen Beweggründe aufgrund von Verhaltensmuster zu deuten, um dem Täter das nächste Mal zuvor zu kommen. Die Natur und die Menschen verwenden bewährte Muster und Prinzipien immer wieder um den Erfolg zu wiederholen. Diese wechseln bei Menschen dann schnell in den Aberglauben (Natur-Religionen). “Immer wenn ich rote Socken an hatte, dann !” Mein Rat: Hängen sie ihre Prinzipien so hoch das sie, bei Bedarf, darunter hindurch schlüpfen können. Pattern which connects: Muster-Suche hinter den Dingen (Materie und Energie (Information)) und Prozessen (Strukturen (Funktion und Position) und Beziehungen)
Die Menschheit wollte schon früh die Muster unserer Welt erkennen können um ihrem Leben mehr Sicherheit im Vorhersehbaren und bei der Beeinflussbarkeit zu geben. Vor allem die Zukunft und das Schicksal (von Gott beeinflußt) war (ist) für sie die große Unbekannte.
So verließen sie sich auf zunächst ihre von Ihnen selbst geschaffenen Götter (Polytheismus der Naturreligionen) und die Geister ihrer Toten, die sie durch Verhalten und Taten positiv zu stimmen glaubten.
Ein einfaches nützliches (Glaubens-)Prinzip (Ursprung, Anfang, Grundsatz) war das der Wiederholung: Sonne > Regen > Sonne > Regen, oder Hell > Dunkel > Hell > Dunkel,
Prinzip = Sinn (warum?), Ur-Sache, Tao, der Weg.
Die Griechen unterschieden, mit Hilfe ihres Verstandes (Wissen) und ihrer Götter-(Parallel)-Welt, sehr viel später neben der Raum und Zeit Dynamik (Ich + Du, oben + unten, arm + reich usw.) auch die belebte und un-belebte, sowie die beseelte und un-beseelte Natur. Aber auch das Dies- und Jenseits.
Im Alltag der Menschen entwickelte sich das Denken in Gegensätzen (ODER-Logik).
- Das Richtig oder Falsch des Handelns.
- Zarathustra definierte vor 3 Tsd. Jahren aus dem täglich erkennbaren Hell-Dunkel sein Gut-Böse Kontrast.
- Aristoteles formulierte vor 2,5 Tsd. Jahren sein Wahr-Falsch der Logik.
Auch wir wenden heute noch die Freund-Feind, Lob-Tadel oder Täter-Opfer Kontraste an. Mehr damit wir uns mittels Vor-Urteilen schneller in unserer komplexen Welt orientieren können (10 hoch 9 Bit/Sek,) Informations-Input der Kognition. Außerdem unterscheiden wir natürliche und kulturelle (willkürliche) Prinzipien (Muster).
Zu Hilfe kam den Menschen dabei die Kontrast-Verarbeitung unseres menschlichen analog-digitalen Gehirns. In Ergänzung zum mehr oder weniger zufällig auftretenden Kontrastes bzw. Gegensatzes basiert ein verlässliches weiteres Prinzip auf der Kausalität (vs. Korrelation): Ur-Sache > Wirkungs-Prinzip (Aristoteles):
Causa (Grund, Ursache) wird in der Philosophie und der Rechtswissenschaft verwendet:
- causa efficiens – die wirkende Ursache, die Ursächlichkeit, nach der die folgenden Zustände als bewirkt durch die früheren erscheinen. [Schreiner des Stuhles]
- causa essendi – der Seinsgrund, die Ursache des Werdens.
- causa exemplaris – die vorbildliche Ursache, das Urbild, die Idee als Ursache. [Idee des Stuhles]
- causa extrinseca – die äußere Ursache.
- causa finalis – die End- oder Zweckursache, die Ursächlichkeit, nach der das Geschehen durch ein vorausliegendes, vorausgesetztes Ziel bestimmt ist. Der Zweck als Ursache. [Sitzen auf dem Stuhl]
- causa formalis – die gestaltende, die bildende Ursache. [Form des Stuhles]
- Causa intrinseca – die innere Ursache.
- causa materialis – die im Stoff, in der Materie wirkende Ursache, das Substrat des Wirkens (der Bedingung). [Holz des Stuhles]
- causa movens – die bewegende Ursache – auch: causa motiva.
- causa techne – Handwerkliche Fertigkeiten.
- causa episteme – Könnens-Bewußtsein.
Im Zusammenhang mit causa wurden auch einige Lehrsätze aufgestellt:
- causa preacedit effectum – die Ursache geht der Wirkung voraus.
- causa est potior causato – die Ursache besitzt mehr Seinswirkung.
- causa posita ponitur causatum – mit der Ursache ist die Wirkung gesetzt.
- causa causae est etiam causa causati – die Ursache einer Ursache ist die Wirkung von dieser.
- causa essante cessat effectus – ein Lehrsatz der Scholastik: mit der Aufhebung der Ursache verschwindet die Wirkung.
Zur besseren Kommunikation und Information und zum besseren Verständnis, besserer Vorhersage und Zu-Ordnung teilte Aristoteles vor 2,5 Tsd. Jahren die Welt in 10 Kategorien ein: Definieren, Kategorisieren, Katalogisieren.
Die 10 Kategorien-Bezeichnungen des Aristoteles