Bewußt werden / Bewußt sein – Das Leben als Bewußtwerdungsvorgang erkennen
Auszug aus dem spirituellen Ratgeber Deus Homo.Kapitel:Bewußt werden
Bereits die zwei Worte in “bewußt werden” haben an sich schon für mich eine äußerst klar richtungsweisende und selbst-definierende Aussage. Und zwar eine Aussage, welche in der Doppelbedeutung der zwei Worte mit unleugbarer Tiefgründigkeit in Erscheinung tritt. Es ist praktisch so, als würden wir wieder einmal auf die zwei berühmten Seiten einer Münze blicken. Wobei sich uns auf der einen Seite der Münze die Bedeutung zeigt, die wir meistens mit diesem Begriff in Verbindung bringen, nämlich daß Bewußt-Werden ein Vorgang ist, bei dem wir durch Erfahrung, Erkenntnis und Einsicht ein Anwachsen unseres Bewußtseins erleben und uns währenddessen erfreuen, uns selbst besser kennenzulernen.
Das heißt, wir werden uns bewußt, wer wir wirklich sind und was wir tatsächlich wollen. Wir erfahren Selbsterkenntnis, indem wir uns bewußt werden, was unsere Bedürfnisse sind und wie unsere Träume aussehen. Wir erlangen Erkenntnis davon, wie unsere Beziehung zu uns selbst und zu unserer Umwelt ist und bekommen ein immer klarer werdendes Bild von dem, was unsere ureigenen Ziele sind. Womit wir den Rand der Münze erreicht haben und unsere Ziele uns zur gegenüberliegenden Seite der Münze führen.
Auf der anderen Münz-Seite ist bewußt werden ein Prozeß, der durch Entscheidung, durch Handlung und durch das sich Bewegen in eine bestimmte Richtung das bewußte Hinstreben und Ankommen an einem Ziel ermöglicht. Was nichts anderes meint, als daß wir uns in Klarheit und Wachheit für das entscheiden, was wir wirklich werden wollen. Also wir das, was uns bereits bewußt wurde, in einem Akt der Handlung in bewußtes Werden umsetzen. Und das in einem Prozeß des Wandelns vollziehen, was wir unseren ureigenen Transformations-Weg nennen und welcher dem bewußten Werden, dem Akt der willentlichen Selbstgestaltung, der Schöpfung an sich entspricht. Bewußtes Werden beschreibt hier die aneinandergereihte Verkettung vom Verstehen, Entscheiden und Handeln. Somit können wir dann auch die eine mit der anderen Seite der Münze in Beziehung zueinander bringen. Zuerst ist es für uns notwendig, daß wir uns selbst bewußt werden, wer wir sind und was wir wirklich wollen. Daß wir mit dem in uns in Berührung kommen, was uns als individuelles Wesen ausmacht, wir also das Essentielle in uns entdecken, die Gestalt, welche wir annehmen möchten, zumindest erahnen, sprich die Ziele, welche wir erreichen wollen, als potentielle Ausrichtungs-Wegweiser erkennen lernen. Und dies auch, um uns bewußt zu werden, was wir auf unserer Reise zur Selbstverwirklichung benötigen und in welche Richtung wir gehen müssen, um schließlich an unserem Ziel, nämlich bei dem, was wir bewußt werden wollen, anzukommen.
Bewußt werden ist also ein Prozeß, der in einem Milieu von Freiheit gedeiht und der sich wie ein Bogen von der Selbsterkenntnis bis hin zur Selbstverwirklichung spannt. Bewußt werden ist in seiner Essenz nichts anderes als die Widerspiegelung des universellen WERDENS und GEBÄRENS an sich. Ein Schöpfungsakt, bei dem die Rolle des “Schöpfers” mit der Schauspiel-Figur der “Schöpfung” identisch ist. Ein Akt göttlichen Schauspiels, bei dem eben die Besetzung des Regisseurs und des Akteurs nur einer Person alleine überantwortet wurde. Eine Doppel-Rolle, die wir von Anfang an “alle” ganz “all-eine” selbst spielen und für die wir uns auch alle selbstverantwortlich entschieden haben. Bewußt werden heißt, uns dieser Tatsache zu erinnern, damit sich unsere Selbsterkenntnis zur Selbstverwirklichung entfalten kann.